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Schwimmenlernen mit dem Katholischen Jugendwohnheim Bernhard-Letterhaus

Abkühlung gefällig?

Jedes Jahr zieht es Millionen von Menschen an Badeseen und Freibäder. Für einen großen Anteil bedeutet die Frage nach dem gemeinsamen Schwimmen gehen die unangenehme Konfrontation mit einem sehr persönlichen Geheimnis: 23,3% der Bevölkerung in Deutschland ist nicht über die Fertigkeit des Schwimmens, wobei die Dunkelziffer deutliche höher ausfallen dürfte.

Für die meisten Betroffenen bedeutet die fehlende Fertigkeit ein gesellschaftliches Handicap. Allerdings zeigen die alljährlichen Statistiken zu den Todesfällen durch Ertrinken auch einen anderen Umgang mit dem Problem. Viele Nicht-Schwimmer ignorieren ihr Defizit und setzen sich somit den Gefahren von offenen Gewässern aus. So kommt es, dass im Jahr 2016 537 Personen ertranken.

Das Katholische Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus zeigt Initiative!

Seit Juni 2017 finden regelmäßig Schwimmkurse in einem örtlich nahegelegenen Schwimmbad statt. Die vom hauseigenen Sportpädagogen und einem DJK-Sportassistenten durchgeführten Kurse, haben seit Beginn des Kurses bereits sieben jugendliche Schwimmer hervorgebracht.

Das Angebot geht jedoch über das reine Erlernen der Schwimmfertigkeit hinaus. Die Teilnehmer des Kurses setzen sich theoretisch mit den Gefahren, die sich im Umgang Wasser ergeben auseinander und erfahren die normierten Verhaltensweisen für den Besuch in Schwimmbädern.

Ängste, aller Anfang ist schwer und macht trotzdem Spaß!

Die Aneignung der Schwimmfertigkeit stellt im fortgeschrittenen Alter häufig eine höhere Herausforderung dar, als es im Kindesalter der Fall ist. Dies hängt meist mit Ängsten zusammen, die sich über die fehlende Schwimmfertigkeit im Verlauf der Biographie des Erwachsenen/Jugendlichen gefestigt haben. Die vorhandenen Ängste der Teilnehmer veranlassen das Lehrteam dazu das Brustschwimmen dem Kraulschwimmen als erste zu erlernende Schwimmtechnik vorzuziehen. Zwar ist besonders die Beinbewegung des Brustschwimmens weniger intuitiv als es der alternierende Beinschlag des Kraulschwimmens, da sich allerdings bei der Atmung des Brustschwimmens der Kopf frontal über dem Wasser befindet, spricht die erhöhte Übersicht durch das Brustschwimmen eher für die Bewältigung der Ängste der Teilnehmer und der Unfallprävention in Erlebnisbädern.
Ein weiterer Schritt den Teilnehmern die Angst vor dem Wasser zu nehmen, ist die Geduld und die Bereitschaft der Anleiter, die methodische Reihe mit der Wassergewöhnung und Wasserbewältigung zu beginnen. Somit beginnt der Kurs zunächst spielerisch und im flachen Wasser.

Nach der Wassergewöhnung erlangen die Teilnehmer des Kurses die Fertigkeit der Wasserbewältigung über die Erfahrung von verschiedenen Fähigkeiten. Hierzu zählt zunächst die Auftriebsfähigkeit, die Gleitfähigkeit des menschlichen Körpers und die Aneignung der zielführenden Atmung.

Im nächsten Schritt werden die antriebsrelevanten Bewegungen mit Hilfe von Schwimmhilfen (Schwimmbrett und Pullbuoy) eingeübt und mit der Auftriebs- und Gleitfähigkeit verbunden. Sind die Bewegungen vertraut wird auf die Schwimmhilfen verzichtet und in Tauchzügen der Armzug mit der Beinbewegung (Schwunggrätsche) rhythmisch korrekt mit einer Gleitphase gekoppelt. Der letzte Schritt zur Erlangung der Schwimmfähigkeit wird durch die korrekte Atmung verkörpert. Die Teilnehmer lernen kurz vor der Schwunggrätsche welche die Gleitphase einleitet, durch Ausnutzung des hydrostatischen Auftriebes ihren Kopf aus dem Wasser zu heben und einzuatmen. Das Ausatmen während der Gleitphase ist ihnen bereits aus dem Schritt der Wasserbewältigung bekannt.

Vom Nicht-Schwimmer zum Schwimmer

Die Teilnehmer haben nun alle technischen Fertigkeiten erreicht um zu Schwimmen, kennen und vertrauen den Schwimmhilfen und dem Lehrteam und sind damit bereit die größte Hürde zu nehmen: Die ersten Schwimmbewegungen im tiefen Wasser.
Die erste Schwimmbewegung im tiefen Wasser stellt das Schwimmen auf der Stelle dar. Hierbei erhalten die Teilnehmer eine weitere lebensrettende Strategie welche zur Bewältigung der Angst beiträgt und verbessern ihr Wassergefühl.
Unter sehr intensiver Betreuung der rettungsbefähigten Anleiter probieren die Lernenden die ersten Schwimmzüge im Wasser, wenden erlerntes an und erhalten direkte Rückmeldung vom Lehrteam.
Nach einigen Lehreinheiten, sind die Teilnehmer somit befähigt 25 Meter Bahnen zu schwimmen. Aus dem methodischen Schritt der Wasserbewältigung bringen sie die erforderlichen Fertigkeiten mit den Anforderungen des Frühschwimmerabzeichens zu bestehen und werden vom Schwimmbadpersonal dahingehend geprüft.

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung

Zwar bietet das Frühschwimmerabzeichen eine gute Referenz für die Sicherheit des einzelnen im Schwimmbadbereich, allerdings deuten die vielen Unfälle an Badeseen eine andere Realität an:
Die Definition für einen sichere/n Schwimmer/in wurde auf Bestreben der Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft e.V. DLRG von der Kultusministerkonferenz neu eingestuft. Somit reicht nun nicht mehr das Frühschwimmerabzeichen, um sich als sicheren Schwimmer zu definieren, sondern es wird hierfür das Jugendschwimmabzeichen Bronze benötigt.

Um auch dieses Ziel zu erreichen und sich als sicherer Schwimmer bezeichnen zu dürfen, erfahren die Teilnehmer am eigenen Leibe den Unterschied zwischen dem Üben und dem Trainieren. Das Lehrteam leitet entsprechend der Intervallmethode und dem Coopertest ein Ausdauertraining an, wodurch sich die Teilnehmer die Fertigkeiten für das Jugendschwimmabzeichen Bronze aneignen.