Headerbild Jugendwohnheim ISO 9001 zertifiziert Jugendwohnheim

Jugendhilfe gemäß § 13.3 und 13.1.V.m. 13.3

Jungen Menschen im Alter von 14-27 Jahren, können im Rahmen der Jugendhilfe (Jugendsozialarbeit), über das kommunale Jugendamt in unserem Jugendwohnheim nach dem § 13.3 Sozialgesetzbuch - Achtes Buch - Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) - finanziert werden.

Gemäß dem § 13.3 SGB VIII - kann jungen Menschen (14-27 Jahren) während der Teilnahme an schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen oder bei der beruflichen Eingliederung, Unterkunft in sozialpädagogisch begleiteten Wohnformen angboten werden (das Kath. Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus ist eine solche Wohnform mit einem Stellenschlüsselsatz von 1:10). In diesen Fällen sollen auch der notwendige Unterhalt des jungen Menschen sichergestellt und Krankenhilfe nach Maßgabe des § 40 SGB VIII geleistet werden.

Zudem könnten auch beeinträchtigte und benachteiiligte junge Menschen nach dem § 13.1 i.V.m. § 13.3 SGB VIII in unserer Einrichtung untergebracht und betreut werden. Unsere Einrichtung verfügt seit dem 04. Oktober 2012 als erste Einrichtung in Köln offiziell über eine Betriebserlaubnis nach § 13.1 i.V.m. § 13.3 SGB VIII und kann bis zu 10 Plätze mit einem erhöhten Betreuungsschlüssel (1:5) anbieten.

Gemäß dem § 13.1 SGB VIII - sollen jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische oder berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.

Zur weiteren inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, insbesondere zu dem bestehenden "subjektiven Rechtsanspruch" junger Menschen nach § 13.1 SGB VIII und der Vorrangigkeit des SGB VIII vor dem SGB II (Arbeitslosengeld II) empfehlen wir Ihnen die Expertise von Peter Schruth (Professor für Recht an der Hochschule Magedburg/Stendal) JUGENDWOHNEN IM KONTEXT DER NEUEN SOZIALGESETZE - DAS RECHT DER LEISTUNGSFINANZIERUNG NACH §13 Abs. 3 SGB VIII - Herausgeber: Landesarbeitsgemeinschaft Katholiche Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen e.V. (LAG KJS NRW) ISBN 3-8334-4179-8.

In der o.g. Expertise werden auch sogenannte Fallgruppen beschrieben, um auf den weiten Rahmen der Zielgruppen nach § 13. Abs. 3 SGB VIII hinzuweisen, die im Folgenden aufgeführt werden:

"Diese Fallgruppen betreffen diejenigen jungen Menschen, die Anspruch auf sozialpädagogisches Jugendwohnen haben können,

a) wegen ihrer sozialen Benachteiligung oder individuellen Beeinträchtigung (z.B. längerfristig ohne Arbeit und/oder ohne Wohnung bzw. soziale Benachteiligung wegen ungleicher Konkurrenz auf dem Wohnungmarkt) und dem daraus resultierenden erhöhten sozialpädagogischen Unterstützungsbedarf (Fallgruppe: Erhöhter sozialpädagogischer Unterstützungsbedarf nach § 13 Abs. 1 SGB VIII),

b) wegen ihrer Vorbereitung zur Aufnahme einer schulischen oder beruflichen Ausbildung, ihres Beginns einer schulischen oder beruflichen Ausbildung, ihrer Aufnahme eines sozialpädagogisch orientierten Beschäftigungsangebotes (Fallgruppe: Stationäre Jugendberufshilfe nach § 13 Abs. 2 SBG VIII),

c) wegen der Aufnahme einer schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahme oder zur Unterstützung der Mobilität, z.B. Aufnahme eines Arbeitsplatzes fernab von zu Hause (Fallgruppe: Arbeitsmarktbenachteiligte junge Menschen nach dem SGB III),

d) wegen schwieriger familärer und persönlicher Lebenslagen, z.B. befristete alternative Wohnmöglichkeit zum Elternhaus (Fallgruppe: Erziehungshilfe nach §§ 27 Abs. 3, 13 Abs. 3 SGB VIII),

e) wegen ihres Verselbstständigungsbedarfs als junge Volljährige (Fallgruppe: Junge Volljährige nach § 41 SGB VIII)." (Quelle: Peter Schruth, Jugendwohnen im Kontext der Sozialgesetze)

Zuständig für die bedürftigen jungen Menschen ist das kommunale Jugendamt, in dessen Einzugsgebiet die Eltern wohnen. Sollten Sie Beratungsbedarf haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihr zuständiges Jugendamt.

Bei Fragen zur Jugendhilfe im Rahmen der Jugendsozialarbeit, bei der Beantragung der Finanzierung und bei der Prüfung ergangener Bescheide, beraten und unterstützen auch wir Sie gerne. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.