Headerbild Jugendwohnheim ISO 9001 zertifiziert Jugendwohnheim

Europaaktivitäten

Das ehemalige Kath. Europaberufskolleg in Köln-Vogelsang engagierte sich seit vielen Jahren in dem europäischen Netzwerk Contact-2103 (Europäische Koordination von Häusern der Jugend, Jugendclubs und Jugendverbänden). Mitglieder dieses Netzwerkes sind u.a. die französischen und belgischen Verbände der Jugendhäuser und vielen kleineren und mittleren Trägern von Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit in unterschiedlichen europäischen Ländern und Beitrittsländern.

Seit 2000 beteiligt sich auch das Jugendwohnheim an der Netzwerkarbeit und hat an Jugendaustauschmaßnahmen, Fachvorträgen, Fortbildungen und Tagungen in Europa teilgenommen. Das Vogelsanger Berufskolleg und das Jugendwohnheim traten seitdem gemeinsam als enge Kooperationspartner und als der deutsche Partner im Netzwerk auf. Seit April 2003 ist das Kath. Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus stimmberechtigtes Mitglied im Netzwerk Contact-2103. Als Mitglied bezieht das Jugendwohnheim auch andere Kölner Einrichtungen mit in die Arbeit ein (z.B. INVIA, die Europäischen Freiwilligendienst und Au-pair betreibt, und den Don Bosco Club für die Offene Jugendarbeit).

Europawoche

Netzwerk Contact-2103

Contact-2103 - Coordination européenne de MJC, youth clubs and youth associations - ist eine 1996 von mehreren Jugendverbänden gegründete Organisation, die im Bereich der Entwicklung partizipativer Konzepte arbeiten, die direkt oder indirekt vor allem benachteiligte Jugendliche betreffen. Sie handelt auf verschiedenen Ebenen: regional, national und europäisch. Die Heterogenität der unterschiedlichen Partner im Netzwerk ist eine Bereicherung hinsichtlich des Austausches und der Begegnung zwischen den Verbänden aus 15 europäischen Ländern. Contact-2103 engagiert sich für den Austausch von Jugendlichen und Mitarbeitern; als Umschlagplatz für Meinungen, Projekte und Austausch der Jugendverbände; als Hilfe zur Förderung durch europäische Programme; für Ausbildungen, etc. Das Netzwerk ist auf transnationale Mobilität angelegt und von der europäischen Kommission anerkannt und gefördert. Wir arbeiten vor allem auf Ausbildungs-, Jugendaustausch- und Medienebene mit ihm zusammen. Für uns ergibt sich daraus die Chance, Kontakte zu Einrichtungen zu erhalten, die unseren Jugendlichen ein praktisches Lernfeld im europäischen Kontext bieten. Wir können an Projekten der Koordination mitarbeiten wie in multilateralen Projekten, europäischen Seminaren etc. Insofern befindet sich hier ein zentraler Ort für alle unsere europäischen Aktivitäten.

Mitglieder im Netzwerk

OBJECTIVO EUROPA INTERCULTURAL - SEVILLA, SPANIEN

HIENET Hellenic Institute of Education and New Technologies - PIREAUS, GRIECHENLAND

Kath. Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus - KÖLN, DEUTSCHLAND

EESTI NO ORSO O NO UNIKE UHENDUS Association of Estonian Youth Counselors - VIIMSI, ESTLAND

IFOSZ HUNGARY Municipal association for youth - BUDAPEST, UNGARN

ENAIP TOSCANA - LUCCA, ITALIEN

AFMP - Associação Fernão Mendes Pinto - MONTEMOR-O-VELHO, PORTUGAL

CMJCF Confédération des MJC de France - PARIS, FRANKREICH

FMJ Fédération des Maisons de Jeunes en Belgique - LIEGE, BELGIEN

SVR Stichting Vrijwilligerswerk Rotterdam - ROTTERDAM, NIEDERLANDE

Fundatia Pentru Tineret Youth Foundation - Buzeau BUZAU, RUMÄNIEN

Associated members:

OHP Lubelska Wojewodzka Komenda - LUBLIN, POLEN

Ziele der Europaarbeit

Hauptziel der Europaaktivitäten, die das Jugendwohnheim verfolgt, ist die Öffnung der Einrichtung für europäische Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen der Jugendsozialarbeit. Europäische Jugendliche und junge Erwachsene bieten ein enormes Potenzial an Praktikanten, Sprachschülern und Auszubildenden. Gerade die benachteiligten und individuell beeinträchtigten jungen Menschen rücken immer mehr in das Sichtfeld der europäischen Arbeit. Jugendarbeitslosigkeit und Qualifizierung von jungen Menschen wird europaweit immer mehr zum Thema gemacht. Von der Politik werden hier zwischenzeitlich auch die Chancen und die eigenen Profilierungsmöglichkeiten erkannt (siehe Regierungserklärung der Bundeskanzlerin Merkel im Mai 2006). Als Jugendwohnheim eines gemeinnützigen Trägers möchten wir aber auch an den europäischen Geldern partizipieren, die in unterschiedlichen Fonds für die Jugendarbeit abrufbar sind. Teilweise wurden in der Vergangenheit schon verschiedene Maßnahmen wie Jugendaustauschmaßnahmen, spezielle Projekte und Fort- und Weiterbildungen über die unterschiedlichen Programme finanziert. Dies soll auch kurz- und mittelfristig weitergeführt werden, mit dem Ziel, langfristig Maßnahmen zu finanzieren.

Neben den praktischen und existenziellen Zielen verfolgt die Einrichtung aber gleichermaßen eine emotionale und visionäre Dimension. Die Einrichtung muss sich für die Zukunft wappnen und auch ihre Chancen erkennen. Für die Zukunft will sich das Jugendwohnheim als „Moderne Europäische Einrichtung“ aufstellen und als Europaeinrichtung identifiziert werden. Ferner wollen wir die berufliche Mobilität junger Menschen in Europa fördern um Ausbildung europaweit zu ermöglichen (europäischen Praktikanten/innen, Schüler/innen und Auszubildende in Köln soz.-päd. begleitetes Wohnen anzubieten). Als „Europäische Einrichtung“ wollen wir aber auch unser Image aufwerten und Werbung in Deutschland und Europa betreiben. Insbesondere im Internet wollen wir als lokale Einrichtung einen internationalen Ruf erwerben und breite Öffentlichkeitsarbeit für das Jugendwohnheim, die Jugendsozialarbeit und den Träger betreiben.

Netzwerkarbeit

Die gesetzten Ziele lassen sich nur mit zuverlässigen Partner/innen verwirklichen. Aus diesem Grund ist das Jugendwohnheim Mitglied im Netzwerk Contact-2103 geworden. Kontinuität ist leider nicht häufig in der Europaarbeit vorhanden. Unser Träger war schon einmal Partner eines europäischen Netzwerkes. In diesem Netzwerk wurde keine konkrete Maßnahme entwickelt und es löste sich nach einiger Zeit wieder auf. Das Netzwerk Contact-2103 arbeitet jedoch seit über zehn Jahren kontinuierlich und stabil mit verschiedenen europäischen Partnern zusammen. Hinter dem Netzwerk stehen neben kleineren (auch kath.) Trägern auch große Verbände, wie der französische CMJCF, der ein Dachverband von mehr als 1000 Jugendeinrichtungen ist und mit dem belgischen Verband FMJ gemeinsam Gründungsmitglied ist. Die Partner in Estland und Ungarn kommen aus Einrichtungen im ganzen Land. Die Partner aus Belgien, Italien, Rumänien, Polen, Spanien und Portugal arbeiten auf regionaler Ebene in Einrichtungen der Jugend- und Jugendsozialarbeit, die Partner aus den Niederlanden, Griechenland und wir auf lokaler Ebene. Die großen Trägerverbände nutzen das Netzwerk Contact-2103 als Lobbyinstrument in der Europaarbeit und unterstützen aus diesem Grund das Netzwerk mit dem größten Teil der notwendigen finanziellen Mittel. Für uns als kleiner Träger ist es eine große Chance und Bereicherung, in solch einem gut besetzten Netzwerk mitarbeiten zu können. Nur so bekommen wir wirklichen Kontakt zu Trägern der Jugendarbeit in Europa und können von dessen Arbeitsweisen, Finanzierung und Strukturen lernen. Eine besondere Chance ergibt sich für uns dahingehend, dass jeder Partner Aktionen plant und beantragt und wir die Chance haben, an für uns wichtigen Aktionen teilzunehmen. Die Netzwerkarbeit ist die Voraussetzung, um die o.g. Ziele überhaupt verwirklichen zu können. Ohne ein konstantes Netzwerk und konstante Partner (die auch ernsthafte Ziele verfolgen) können die mittelfristigen Ziele wie Jugendaustauschmaßnahmen, Praktikantenaustausch, Partnerkontaktseminare und Fortbildungen für Sozialarbeiter nicht durchgeführt werden. Diese sind wiederum Voraussetzung, um finanzierte Ziele in der europäischen Dimension zu verwirklichen. Ferner dienen das Netzwerk und der Austausch mit den Partnern auch dazu, den eigenen Horizont zu erweitern, neue Ideen zu entwickeln und zu prüfen, ob diese realisierbar und finanzierbar sind.

Aktivitäten in der Europaarbeit

Seit dem Jahr 2000 nimmt das Kath. Jugendwohnheim an europäischen Aktivitäten im Netzwerk Contact-2103 teil.

Prades (F), November 2000 - Fachtagung zum Thema „Hilfestellungen und Antworten zu Arbeitslosenproblemen von Jugendlichen“. Vorstellung des EU-Programms „Grundtvig“, Teilnehmer: Berufskolleg Vogelsang, Kath. Jugendwohnheim

Narbonne (F), Sommer 2001 - Jugendaustausch mit dem französischen Partner MJC-Narbonne

Narbonne (F), Sommer 2002 - Jugendaustausch mit dem französischen Partner MJC-Narbonne

Gruissan (F), Mai 2002 - Fortbildungsveranstaltung „Europäische Soz-Arbeiter Seminar“. Teilnehmer: Heimstatt St. Gereon, Don Bosco-Club, Kath. Berufskolleg (Schüler und Lehrer), Kath. Jugendwohnheim

Narbonne (F), Nov. 2002 - Auswertungsseminar der Fortbildungsveranstaltung in Gruissan. Teilnehmer: Leitungen der einzelnen Partner

Brüssel (B), April 2003 - Mitgliederversammlung, Aufnahme des Kath. Jugendwohnheims als Vollmitglied

Narbonne (F), Juni 2004 - Fachtagung zum Thema: „Internationale Zusammenarbeit der Jugendorganisationen von Contact 2103“ Teilnehmer: Leitung der einzelnen Partner

Carnet (F) März 2005 - Teilnahme am Treffen „Union Catalan“, Teilnehmer: Frankreich, Spanien, Liechtenstein, Deutschland (Kath. Europaberufskolleg, Kath. Jugendwohnheim). Ziel: Vorbereitung des Jugendaustauschs, Vorbereitung der trilateralen Maßnahme, Aufbau und Vermittlung von Praktikantenstellen im europäischen Ausland, Teilnahme: Berufskolleg Vogelsang (Praktikanten/innen und Lehrer/innen), Kath. Jugendwohnheim

Rotterdam (NL), Februar 2005 - 1. Vorbereitungstreffen für ein geplantes Partnerkontaktseminar in Köln. Teilnehmer: Leitung der einzelnen Partner

Brüssel (B), Februar 2006 - Mitgliederversammlung Contact 2103

Köln (D), März 2006 - 2. Vorbereitungsreffen für das geplante Partnerkontaktseminar in Verbindung mit der Europawoche des Berufskollegs Ehrenfeld im September. Teilnehmer: Frankreich, Belgien, Niederlande, Estland, Berufskolleg Ehrenfeld (verschiedene Lehrer/innen und Schulleitung, Kath. Jugendwohnheim B. Letterhaus (Leitung und Erzieher/innen)

Köln (D), September 2006, Partnerkontaktseminar mit acht Teilnehmern aus Belgien, Deutschland, Estland, Frankreich, Niederlande, Polen, Rumänien, Ungarn und dem Netzwerk Contact-2103.

Europapartner Berufskolleg Ehrenfeld

Nach der Übernahme des Berufskollegs Vogelsang durch das Erzbischöfliche Berufskolleg am Sachsenring übernahm das Berufskolleg Ehrenfeld die partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Europaarbeit. Das Berufskolleg Ehrenfeld bildet 4500 Schüler aus. Neben dem Berufsfeld Erzieher/in werden hier aber auch verschiedene handwerkliche Berufe ausgebildet. Das Berufskolleg Ehrenfeld führte im September 2006 eine Europawoche durch. Das Kath. Jugendwohnheim Bernhard Letterhaus brachte sich mit einem eigenen Seminar (Partnerkontaktseminar) in die Europawoche mit ein. Frau Ruth Hieronymi (Mitglied des EU-Parlaments) übernahm, die Schirmherrschaft dieser Woche und beteiligte sich neben Oberbürgermeister Fritz Schramma, Gründungsmitlied von Contact-2103, Marcel Garrique und dem Vorstand unseres Trägers, Dieter Schieffers, an einer Podiumsdiskussion.

Partnerkontaktseminar

Das Partnerkontaktseminar war eine eigene Veranstaltung im Rahmen der oben genannten Europawoche. Es sollten aber bewusst Überschneidungen geschaffen werden. In zwei Vorbereitungstreffen in Rotterdam und Köln wurde inhaltlich an diesem Partnerkontaktseminar gearbeitet. An den Treffen beteiligten sich Schulleitung, Lehrkräfte, Heimleitung und Erzieher/innen. Ergebnis dieser Treffen war, dass wir eine Art Ausbildung schaffen wollten. Analog zum Jugendfreizeitleiterschein sollte ein „Europäischer Jugendleiterschein“ entwickelt werden. In modularer Ausbildungsform sollten den Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern und mit den unterschiedlichen Ausbildungsniveaus Fähigkeiten für die Europaarbeit vermittelt werden. Als Beispiel: der/die in Deutschland ausgebildete Erzieher/in wird in den meisten Berufskollegs nicht auf die Europaarbeit vorbereitet. Mit dieser Fortbildung könnte er/sie sich hierauf vorbereiten und könnte eine zusätzliche Qualifikation nachweisen. Während des Partnerkontaktseminars wurden die Module, die für solch eine Ausbildung erforderlich sind, inhaltlich von den Netzwerkpartnern erarbeitet. Unterstützt wurden wir bei der Durchführung des Seminars von einer Mitarbeiterin des französischen Partners, die als Professorin an der Pariser Universität lehrt und auch Erfahrungen mit modularen Ausbildungsformen gesammelt hatte. Das Seminar war ein großer Erfolg. Es konnten zwar nicht alle Module erarbeitet werden, jedoch wurde ein Grundkonzept erstellt. Zudem wurde das Seminar als Start up-Seminar verstanden und weitere Treffen vereinbart, die teilweise bereits durchgeführt wurden.

Seminar in Buzau Rumänien

Seit dem 01. Januar 2007 ist Rumänien Mitglied in der Europäischen Union. Unser Netzwerkpartner in Rumänien hat dies zum Anlass genommen, ein Seminar zu organisieren. Auch das Kath. Jugenwohnheim Bernhard Letterhaus hat mit zwei Vertretern an dieser Fortbildungsveranstaltung teilgenommen.